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Die FILA hat folgende Regelauslegungen
bekannt gegeben, die im DRB bei den Einzelmeisterschaften ab
sofort voll umfänglich angewandt werden:
1. Im Standkampf nach Außen treten (Art. 41)
Ein Ringer erhält 1 Punkt,
wenn sein Gegner im Standkampf mit dem kompletten Fuß die
Schutzzone berührt.
2. Beinarbeit in der Bodenlage im gr. röm.
Stil (Art. 51)
Der Ringer in der Unterlage hat im gr. röm.
Stil nicht das Recht, ein oder beide Beine
anzuwinkeln oder zu heben, um damit die
Griffausführung des Gegners zu verhindern. Dies wird bei
einer Griffverhinderung mit einer Verwarnung (0) für den
Schuldigen und
2 Punkte für den Gegner bewertet.
3. Griffflucht/Griffentzug GR/FR (Art. 51)
-
eine
Verwarnung für den Schuldigen (0),
-
ein
Punkt für den Gegner
auszusprechen. Der Griffentzug wird ebenso wie die
Mattenflucht bestraft.
Die
Challenge erlaubt dem Trainer, im Namen des Ringers die
Aktion zu beenden und das Kampfgericht aufzufordern, den
Videobeweis zu betrachten im Falle dass er nicht mit der
Beurteilung einer Aktion einverstanden ist. Diese
Möglichkeit gilt für die Deutschen Meisterschaften der
Männer, bei denen die Videoaufzeichnung vom DRB offiziell
angewandt wird.
Der Trainer
fordert die Challenge, indem er unmittelbar nachdem das
Kampfgericht die Punkte für die in Frage stehende Situation
gegeben oder nicht gegeben hat, indem er einen weichen
Gegenstand (Wurfkissen in roter oder blauer Farbe) auf die
Matte wirft. Der Trainer, welcher die Challenge fordert muss
dies von seinem Platz aus tun, ohne sich dem Kampfrichter,
dem Punktrichter oder dem Mattenpräsidenten zu nähern. Ist
der Ringer mit der Entscheidung des Trainers nicht
einverstanden, so geht der Kampf weiter (der Ringer muss
dies sofort nach der Unterbrechung und vor Betrachtung des
Videobeweises dem Kampfrichter auf der Matte mitteilen oder
ihm deutlich anzeigen). Der Kampfrichter gibt darauf hin
den Wurfkissen zurück in die Trainerecke und der Kampf wird
fortgeführt.
Besondere
Punkte
Jeder Ringer
hat Anspruch auf eine (1) Challenge pro Kampf. Ändert das
Kampfgericht nach Betrachtung der Challenge seine Meinung,
so kann die Challenge ein weiteres Mal während des Kampfs
genutzt werden.
Bestätigt
das Kampfgericht seine Entscheidung, so verliert der Ringer
seine Challenge und sein Gegner erhält einen (1) technischen
Punkt.
Der
Mattenpräsident verlangt eine Unterbrechung des Kampfs, um
die Challenge zu betrachten, sobald die Aktion auf der Matte
neutral ist.
Nach
einer gültigen Challenge wird national das Kampfgericht
seine Entscheidung im Rahmen einer Konsultation mit
Videobeweis überprüfen. Vor Bekanntgabe wird jeweils der
Verantwortliche des Kampfrichterwesens oder im
Vertretungsfalle einer der berufenen stellv. KR-Referenten
hinzugezogen und die endgültige Entscheidung des
Kampfgerichts bekannt gegeben.
Die Trainer
und Sportler bleiben auch während der Betrachtung des
Videobeweises an ihren Plätzen.
Keine
Challenge kann im Fall eines Schultersiegs gefordert werden,
sofern der Schultersieg durch den Mattenpräsidenten
bestätigt wurde nachdem der Kampfrichter oder der
Punktrichter ihn entschieden haben.
Bei allen
anderen Deutschen Meisterschaften verbleibt es bei der
bisherigen Regelung ohne Videobeweis und Challenge. Hier
darf nach wie vor der Kampf nur durch den Mattenpräsidenten
bei Regelverstößen oder Meinungsverschiedenheiten
unterbrochen werden, um eine Konsultation herbeizuführen.
Nach einem
zweiten 3-Punktegriff darf nun ein Kontergriff (z.B.
Übertragen) erfolgen. Zwischen Griff und Konter darf jedoch
kein Stillstand sein. Endet der Konter nicht mit einem
Schultersieg, endet die Runde mit technischer Überlegenheit
für den Griffausführenden. Auch gibt es in diesem Fall keine
Wertung für den Kontergriff.
Die Regeln
nach einer 5’er Wertung (kein Konter möglich) und
6-Punkte-Differenz (Konter möglich, wenn die
Ausgangslage nicht erreicht wurde), bleiben hiervon
unberührt.
Hinweis:
Bei der
6-Punkte-Differenz sind die Fälle aufgeführt, wonach kein
Kriterium einer 5’er Wertung oder 2 x 3’er Wertung vorliegt.
Situationen:
-
Rot zieht eine Kopfzug und erhält die
zweite 3’er Wertung, danach kommt Blau in die Bauchlage.
Folge:
Rundenende Sieger Rot durch technische
Überlegenheit.
-
Rot macht einen Kopfzug (erhält die
zweite 3’er Wertung) und hält Blau 3 Sekunden in der
gefährlichen Lage fest, danach überträgt Blau seinen
Gegner und bringt ihn in die gefährliche Lage.
Rundenende (da Stillstand auch keine Punkte für Blau)
Folge:
Sieger Rot durch technische Überlegenheit
-
Rot macht einen Kopfzug (erhält die
zweite 3’er Wertung) und Blau überträgt seinen Gegner
sofort und bringt ihn in die gefährliche Lage. Aus
dieser Situation kann sich Rot nach 8 Sekunden befreien.
Rundenende, da kein
Schultersieg erzielt erhält auch Blau keine Punkte.
Folge:
Sieger Rot durch technische Überlegenheit.
-
Rot macht einen Kopfzug (erhält die
zweite 3’er Wertung) und Blau überträgt seinen Gegner
sofort und bringt ihn in die gefährliche Lage. Nach 4
Sekunden kann Blau einen Schultersieg erzielen. Blau
erhält 2 Punkte und der Kampf endet mit einem
Schultersieg.
Folge:
Sieger Blau durch Schultersieg
-
Rot führt ein Griff mit einer 5’er
Wertung aus und wird danach sofort von seinem Gegner in
die gefährliche Lage übertragen. Nach einer 5’er Wertung
ist kein Konter möglich.
Folge:
Sieger Rot durch technische Überlegenheit.
-
Rot führt mit 3:0 (jeweils 1’er Wertung).
Danach führt Rot eine Technik mit einer 3’er Wertung aus
und wird vom Gegner nach einem Stillstand in der Brücke
selbst in die gefährliche Lage übertragen. Blau erhält
für das Übertragen 2 Punkte.
Folge:
Der Kampf steht 6:2 und wird fortgeführt. |