Neue Bundesländer verlieren direkten Aufstiegsplatz in
die 2. Bundesliga - Nord
Es gab noch einmal einen Hoffnungsfunken für die
Regionalliga Mitteldeutschland- der dritthöchsten
Kampfklasse der Region, nachdem sich alle Mannschaften
zu einer letzten Absprache getroffen hatten. Den beiden
Erstplatzierten der Oberliga Sachsen, Meister RV
Thalheim II und Vizemeister KG Leipzig/Großlehna wurde
für die Entscheidung, doch noch in die höhere
Kampfklasse aufzusteigen, eine Bedenkzeit eingeräumt.
Beide Oberligisten entschieden sich nun gegen ein
Nachrücken in die Regionalliga Mitteldeutschland, womit
diese Staffel letztendlich aufgelöst war.
„Wir
hätten mit dem AC Werdau, Zweitligaabsteiger RSK Gelenau,
sowie der WKG Leipzig/Taucha II gleich drei sächsische
Teams an den Start gebracht“, weißt Sachsens
Ringerpräsident Benedict Rehbein die Schuld für den
Zusammenbruch der Regionalliga von sich- und seinem
Verband.
Brandenburg hätte mit der WKG Frankfurt(Oder)/Eisenhüttenstadt
II ein neues Team an den Start gebracht, der SV
Luftfahrt Berlin II war schon seit einem Jahr in der
Regionalliga integriert und aus Thüringen kämpft der AVC
Zella-Mehlis seit seinem Abstieg vor zwei Jahren in
dieser Staffel mit. Doch sechs Teams waren insgesamt zu
wenig für diese Kampfklasse, so sahen es die meisten
Vereine und nun rücken alle Mannschaften zurück in ihre
Landes-Oberligen. Selbst der Antrag des AV Concordia
Zella-Mehlis, in der Oberliga Sachsen mitringen zu
dürfen, wurde von einigen sächsischen Vereinen
abgelehnt, die Thüringer werden nun wohl für ein Jahr
gänzlich auf dem Ligen-Schauplatz fehlen, denn in der
Oberliga Thüringen kämpfte bislang die 2. Mannschaft des
AVC erfolgreich. Für den AVC durchaus auch eine
existenzielle Frage.
„Da
haben sich die, in der Regionalliga Mitteldeutschland
zusammengefassten Länder keinen Gefallen getan,
schließlich haben sie am Ende auch ihre direkte
Aufstiegsmöglichkeit in die 2. Bundesliga verspielt“, so
der DRB-Vizepräsident Karl Rothmer, der die Auflösung
der Staffel ebenso bedauert wie RVS-Präsident Benedict
Rehbein.
Bei
den Vereinen hingegen ist die Meinung geteilt. Das
zuletzt Mannschaften anderer Landesorganisationen
Meister wurden, sich im Falle des KAV Mansfelder Land
viele sächsische Talente schnappten und gen 2.
Bundesliga verschwanden, ist die eine Seite – die starke
Regionalliga als wichtiges Bindeglied zwischen den
Verbandsligen und dem Oberhaus – eine Andere. „So
schnell wird da wohl keiner mehr in die 2. Bundesliga
aufsteigen können“, ärgert sich auch Henning Tröger
(Mannschaftsleiter des AC Werdau) über die Entscheidung,
die Regionalliga zu streichen. Besonders bitter trifft
es den RSK Gelenau, der aus der 2. Bundesliga
abgestiegen ist und nun gleich um zwei Klassen – bis in
die Oberliga Sachsen fällt. Ängstlich schaut da auch der
Vorsitzende der WKG Pausa/Plauen, Ulrich Leithold auf
die bevorstehende Zweitligasaison. „Absteigen dürfen wir
keinesfalls, in einem solchen Unterbau wird man dann
wohl für lange Zeit verschwinden.
„Nun
werden wohl Bayern und Hessen den ersten Aufsteiger zur
2. Bundesliga Nord unter sich ausmachen, das beste Team
aus der Aufstiegsrunde der neuen Bundesländer müsste
dann mit dem Verlierer Bayern/Hessen, den 2. Aufsteiger
ermitteln“, so die derzeitige Konstellation des
DRB-Vizepräsidenten für Bundesligaangelegenheiten Karl
Rothmer, der die Entscheidung der Vereine, die
Regionalliga Mitteldeutschland zu streichen, als
'Eigentor' bezeichnete. Die Auf- und Abstiegsregelungen
für die kommende Saison werden in den nächsten Tagen
entgültig festgezurrt. Eine generelle Umstrukturierung
der Bundesligen, wie sie vom DRB ins Auge gefasst wird,
hätte auch eine Neuregelung der Auf- und Abstiegsfrage
zur Folge. "Doch dazu müssen die beteiligten Länder
ihren Unterbau in Ordnung bringen", so Rothmer mit Blick
auf die Saison 2011/2012.