Ringer
kämpfen weiter um Erhalt der
dritthöchste Kampfklasse
„Die
Regionalliga Mitteldeutschland wurde
aufgelöst“, das vermeldete die
Zweckgemeinschaft 'Ringen' in
Mitteldeutschland, ein
Zusammenschluss der Ringerverbände
Thüringen, Sachsen-Anhalt,
Brandenburg und Sachsen. Nur ein
kleine Hoffnungsfunke glimmte noch-
und der wurde am vergangenen Samstag
in Berlin entfacht. Der SV Luftfahrt
Berlin hatte zum letzten Versuch
eingeladen, die dritthöchste Staffel
wieder zu beleben. Und es gelang;
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen-Anhalt, Thüringen, aber auch
Sachsen hatten Vertreter in die
Hauptstadt entsandt, um über die
Weiterführung der Regionalliga zu
debattieren. Die KG Frankfurt(Oder)/Eisenhüttenstadt
II, der SV Luftfahrt Berlin II, RC
Potsdam II, die KG
Rostock/Warnemünde/Vorpommern und
der AV Concordia Zella-Mehlis
erklärten sich bereit, die bereits
totgesagte Regionalligastaffel mit
Leben zu erfüllen. Auch die
sächsische Vertretung AC Werdau
bekundete Interesse, in der
dritthöchsten Kampfklasse verbleiben
zu wollen, wenn es denn überhaupt
weitergeht.
„Es wurde eigentlich gar nicht lange
gefackelt, alle waren sich darüber
einig, dass man die Regionalliga als
Puffer zwischen den Bundesligen und
regionalen Kampfklassen retten
möchte“, so Ulrich Leithold (KSV
Pausa), der mehr als Interessent,
denn als Vertreter einer
Regionalligamannschaft nach Berlin
gereist war. „Mir lag der Erhalt der
Regionalligastaffel schon am Herzen,
der Wegfall hätte gravierende Folgen
gehabt“, erklärt Leithold, dessen 1.
Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord
kämpft, die 2. Mannschaft dagegen in
der Oberliga Sachsen.
„Den
Sprung aus der Landesklasse in die
Bundesliga dürfte dann kaum noch
eine Mannschaft hinbekommen, ein
Abstieg aus der 2. Bundesliga käme
dagegen einem Sturz ins Bodenlose
gleich“, erklärt Sven Lieberamm (SV
Luftfahrt Berlin), der zum Meeting
eingeladen hatte. „Zudem würden die
neuen Bundesländer mit dem Wegfall
der Regionalliga den direkten
Aufstiegsplatz in die 2. Bundesliga
einbüßen“, so Lieberamm weiter.
Aus
sächsischer Sicht stellt sich die
Situation noch dramatischer dar,
denn zu den obligatorischen
Ligatagungen wollte kein Team
aufsteigen, die Sachsen waren
sozusagen unter sich. So wurde der
'Rumpf' der einstigen Regionalliga
Mitteldeutschland zur Oberliga
Sachsen, darunter sollte es die
Sachsenliga als tiefste regionale
Kampfklasse der Ringer geben. „Die
Ansetzungen wurden bereits
herausgegeben, Hallenzeiten
gebunden, was sollen wir jetzt
machen“, ärgert sich Sachsens
Kampfrichterreferent Jörg Jähnichen
über die späte Entscheidung in
Berlin, nachdem bei der
Präsidiumstagung des Ringer-
Verbandes Sachsen alles für das neue
Ligengerüst festgezurrt wurde. „Ich
war- und bin ein Verfechter der
Regionalliga, habe den Wegfall sehr
bedauert und stehe natürlich nicht
im Weg, wenn sich die einstigen
Regionalligamannschaften wie der AC
Werdau, die KG Leipzig/Taucha II und
der Zweitligaabsteiger RSK Gelenau
für den Verbleib in der Regionalliga
aussprechen“, so RVS-Präsident
Benedict Rehbein gegenüber Ulrich
Leithold, als dieser ihn vom
Fortbestand der Staffel
informierte.
„Eine
Regionalligastaffel mit insgesamt 8
Teams wäre natürlich schon eine
ausgezeichnete Sache“, freute sich
Leithold über den Erfolg, obwohl
noch finanzielle Richtlinien und der
rechtliche Rahmen zurechtgestutzt
werden müssen. „Natürlich müssen
hier einige Dinge geklärt werden,
das ist ein ganzer Haufen Arbeit der
da noch wartet, doch schließlich
soll es weitergehen und da haben
heute viele Verbände und Vereine
einfach mal über den Tellerrand
hinaus geschaut“, so Andreas Heft
(Merseburg), der im Februar die
Zügel für die Zweckgemeinschaft
'Ringen' in Mitteldeutschland aus
den Händen des längjährigen
Präsidenten Gerhard Oertel (Gelenau)
übernommen hatte und nun einiges an
'Hausaufgaben' mit nach Hause nahm.
Auch
für die sächsischen Teams würde im
Fall einer Meldung für die
Regionalliga ein 'Kraftakt'
anstehen, zunächst muss ein
Eilantrag an den Ringer- Verband
Sachsen gestellt werden und wenn
dieser dem Ansinnen der Mannschaften
zustimmt, muss darüber hinaus der
bereits feststehende Kampfplan
völlig neu überarbeitet werden.
„Zeitlich gesehen, die äußerste
Kante“, so auch der Vizepräsident
des KFC Leipzig Uwe Neumeister, der
zusammen mit dem Abteilungsleiter
des AC Taucha die Hallenzeiten für
die 2. Mannschaft in der Oberliga
Sachsen längst gebucht hat. Ähnlich
dürfte es auch Gelenau und Werdau
gehen. „Und wenn es eine Mannschaft
in diesem Jahr aus Termingründen
nicht mehr schafft, dann gibt es in
der kommenden Saison eine deftige
Aufstiegsrunde“, so Sven Lieberamm,
der trotz vieler Kompromisse mit dem
Verlauf der Zusammenkunft zufrieden
war.
Doch
die wichtigste Nachricht für die
Ringer ist, dass die Regionalliga,
als dritthöchste Kampfklasse weiter
Bestand hat und die Mattenfüchse
haben gezeigt, dass sie auch
außerhalb der Matte kämpfen können.