16.04.2010 Hoffnungsfunke Regionalliga wurde neu entfacht
 

Bericht: Jörg Richter

Sachsenringer

Ringer kämpfen weiter um Erhalt der dritthöchste Kampfklasse

 

„Die Regionalliga Mitteldeutschland wurde aufgelöst“, das vermeldete die Zweckgemeinschaft 'Ringen' in Mitteldeutschland, ein Zusammenschluss der Ringerverbände Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Nur ein kleine Hoffnungsfunke glimmte noch- und der wurde am vergangenen Samstag in Berlin entfacht. Der SV Luftfahrt Berlin hatte zum letzten Versuch eingeladen, die dritthöchste Staffel wieder zu beleben. Und es gelang; Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, aber auch Sachsen hatten Vertreter in die Hauptstadt entsandt, um über die Weiterführung der Regionalliga zu debattieren. Die KG Frankfurt(Oder)/Eisenhüttenstadt II, der SV Luftfahrt Berlin II, RC Potsdam II, die KG Rostock/Warnemünde/Vorpommern und der AV Concordia Zella-Mehlis erklärten sich bereit, die bereits totgesagte Regionalligastaffel mit Leben zu erfüllen. Auch die sächsische Vertretung AC Werdau bekundete Interesse, in der dritthöchsten Kampfklasse verbleiben zu wollen, wenn es denn überhaupt weitergeht.

 
„Es wurde eigentlich gar nicht lange gefackelt, alle waren sich darüber einig, dass man die Regionalliga als Puffer zwischen den Bundesligen und regionalen Kampfklassen retten möchte“, so Ulrich Leithold (KSV Pausa), der mehr als Interessent, denn als Vertreter einer Regionalligamannschaft nach Berlin gereist war. „Mir lag der Erhalt der Regionalligastaffel schon am Herzen, der Wegfall hätte gravierende Folgen gehabt“, erklärt Leithold, dessen 1. Mannschaft in der 2. Bundesliga Nord kämpft, die 2. Mannschaft dagegen in der Oberliga Sachsen.

„Den Sprung aus der Landesklasse in die Bundesliga dürfte dann kaum noch eine Mannschaft hinbekommen, ein Abstieg aus der 2. Bundesliga käme dagegen einem Sturz ins Bodenlose gleich“, erklärt Sven Lieberamm (SV Luftfahrt Berlin), der zum Meeting eingeladen hatte. „Zudem würden die neuen Bundesländer mit dem Wegfall der Regionalliga den direkten Aufstiegsplatz in die 2. Bundesliga einbüßen“, so Lieberamm weiter.
 

Aus sächsischer Sicht stellt sich die Situation noch dramatischer dar, denn zu den obligatorischen Ligatagungen wollte kein Team aufsteigen, die Sachsen waren sozusagen unter sich. So wurde der 'Rumpf' der einstigen Regionalliga Mitteldeutschland zur Oberliga Sachsen, darunter sollte es die Sachsenliga als tiefste regionale Kampfklasse der Ringer geben. „Die Ansetzungen wurden bereits herausgegeben, Hallenzeiten gebunden, was sollen wir jetzt machen“, ärgert sich Sachsens Kampfrichterreferent Jörg Jähnichen über die späte Entscheidung in Berlin, nachdem bei der Präsidiumstagung des Ringer- Verbandes Sachsen alles für das neue Ligengerüst festgezurrt wurde. „Ich war- und bin ein Verfechter der Regionalliga, habe den Wegfall sehr bedauert und stehe natürlich nicht im Weg, wenn sich die einstigen Regionalligamannschaften wie der AC Werdau, die KG Leipzig/Taucha II und der Zweitligaabsteiger RSK Gelenau für den Verbleib in der Regionalliga aussprechen“, so RVS-Präsident Benedict Rehbein gegenüber Ulrich Leithold, als dieser ihn vom Fortbestand der Staffel informierte. 

 

„Eine Regionalligastaffel mit insgesamt 8 Teams wäre natürlich schon eine ausgezeichnete Sache“, freute sich Leithold über den Erfolg, obwohl noch finanzielle Richtlinien und der rechtliche Rahmen zurechtgestutzt werden müssen. „Natürlich müssen hier einige Dinge geklärt werden, das ist ein ganzer Haufen Arbeit der da noch wartet, doch schließlich soll es weitergehen und da haben heute viele Verbände und Vereine einfach mal über den Tellerrand hinaus geschaut“, so Andreas Heft (Merseburg), der im Februar die Zügel für die Zweckgemeinschaft 'Ringen' in Mitteldeutschland aus den Händen des längjährigen Präsidenten Gerhard Oertel (Gelenau) übernommen hatte und nun einiges an 'Hausaufgaben' mit nach Hause nahm.

 

Auch für die sächsischen Teams würde im Fall einer Meldung für die Regionalliga ein 'Kraftakt' anstehen, zunächst muss ein Eilantrag an den Ringer- Verband Sachsen gestellt werden und wenn dieser dem Ansinnen der Mannschaften zustimmt, muss darüber hinaus der bereits feststehende Kampfplan völlig neu überarbeitet werden. „Zeitlich gesehen, die äußerste Kante“, so auch der Vizepräsident des KFC Leipzig Uwe Neumeister, der zusammen mit dem Abteilungsleiter des AC Taucha die Hallenzeiten für die 2. Mannschaft in der Oberliga Sachsen längst gebucht hat. Ähnlich dürfte es auch Gelenau und Werdau gehen. „Und wenn es eine Mannschaft in diesem Jahr aus Termingründen nicht mehr schafft, dann gibt es in der kommenden Saison eine deftige Aufstiegsrunde“, so Sven Lieberamm, der trotz vieler Kompromisse mit dem Verlauf der Zusammenkunft zufrieden war.

Doch die wichtigste Nachricht für die Ringer ist, dass die Regionalliga, als dritthöchste Kampfklasse weiter Bestand hat und die Mattenfüchse haben gezeigt, dass sie auch außerhalb der Matte kämpfen können.

 

 
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