29.04.2009 Regeländerungen der FILA
 
 

Die Regelveränderungen der FILA wurden bei den Europameisterschaften in Vilnius (LTU) nun erstmals im größeren Rahmen und bei einem sehr bedeutenden internationalen Wettkampf zur Anwendung gebracht. Dabei wurden folgende Regelauslegungen und Kriterien im Wettkampf bekannt gegeben und zur Anwendung gebracht:

Nur für den griechisch-römischen Ringkampf

Die Kämpfe im gr.röm. Stil finden immer noch mit 2 Gewinnrunden statt. Eine 2-minütige  Kampfrunde ist aufgeteilt in 90 Sekunden regulären Ringens und 30 Sekunden angeordneten Bodenkampf.

Der Ringer in der Oberlage kann zwischen zwei Möglichkeiten für die Einnahme der Position als Obermann wählen:

Die seitliche Position mit verkehrten Ausheber, Handhabung, Auslegung und Anwendung wie in der bisherigen Regelung – oder in der rückwärtigen Position mit seinen Händen auf den Schultern des Gegners und mit einem Knie auf der Matte.

In allen Runden hat der Ringer, der nach 90 Sekunden nach Punkten führt den Vorteil der Oberlage und wird nicht bestraft, wenn er in den 30 Sekunden nicht punktet. In solchen Situationen, in den der Obermann seine Position nicht vorantreibt, werden die Ringer wieder in die Standposition gebracht, um die Runde zu vollenden. Am Ende der 2 Minuten wird der Sieger der Runde anhand der bisher gültigen Kriterien zum Gewinn einer Siegrunde festgestellt.


Wenn in der 1. Kampfrunde nach 90 Sekunden ein Punktgleich von 0-0 besteht, so wird der Vorteil der Oberlage immer an den roten Ringer gegeben. In der 2. Kampfrunde erhält immer der blaue Ringer nach 90 Sekunden bei Punktgleichheit 0-0 den Vorteil der Oberlage. Dies erfolgt immer unabhängig davon, ob in der 1. Runde Wertungen gefallen sind bzw. eine Punktgleichheit von 0-0 nach 90 Sekunden bestand. Dies bedeutet einfach ausgelegt, in der 1. Runde wird bei 0-0 nach 90 Sekunden der Vorteil als Obermann immer den roten Ringer und in der 2. Runde bei  0-0 nach 90 Sekunden immer den Ringer in Blau zugesprochen.
Wird die Bodenlage nach 90 Sekunden bei 0-0 angeordnet, muss der Obermann punkten, um die Runde zu gewinnen. Sollte der Obermann keinen Punkt erzielen, so erhält der Untermann 1 Punkt und gewinnt die Runde.

Hat jeder Ringer eine Runde gewonnen und in der dritten Runde herrscht Punktgleichstand von 0-0 nach 90 Sekunden wird anhand folgender Kriterien entschieden: Derjenige Ringer, der die höchste Anzahl an technischen Punkten in den beiden Runden zusammen gerechnet errungen hat, sollte dies gleich sein, entscheidet zunächst der Ringer mit den wenigsten Verwarnungen und dann die Anzahl der höheren Wertungen für die Wahl der Position als Ober- oder Unterlage. Ist auch dies gleich, so wird der Vorteil dann aber nur für die Oberlage durch das Los ermittelt. Der Losgewinner muss immer die Oberlage einnehmen. Falls kein technischer Punkt errungen wird, so geht 1 Punkt an den Untermann und er wird zum Gewinner des Kampfes erklärt.


Die Bestrafungen für das negative Ringen wurden dahingehend reduziert, dass der Kampfrichter nur bei Griffflucht oder Mattenflucht eine Sanktion aussprechen sollte.


Die FILA wird mit Sicherheit nun über die Regelanwendungen und den Ergebnissen bei den Europameisterschaften sich weiter beraten und ihre Entscheidung bekannt geben. Sobald uns weitere Informationen vorliegen, werden wir Sie selbstverständlich umgehend informieren.

Eine Präsentation zu den neuen Regeln finden Sie auch im Internet unter:
www.ringen-kampfrichter.de

 

 
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