Auch der Türkische RV Berlin tritt gegen mitteldeutsche
Teams an
Noch vor einem Monat sah es danach aus, als ob die
Regionalliga Mitteldeutschlands als dritthöchste Kampfklasse
keinen Bestand mehr haben sollte. Nur 9 Mannschaften waren
es, die im Vorjahr angetreten waren, die WKG Pausa/Plauen
stieg nach dem Mannschaftsrückzug des Staffelsiegers 1.
Luckenwalder SC II als Vizemeister in die 2. Bundesliga Nord
auf, der RV Eichenkranz Lugau wollte nach siegloser Saison
als Tabellenletzter, freiwillig zurück in die Oberliga
Sachsen. Als auch der AC Artern, als eine der
Spitzenmannschaften der letzten Jahre die Mannschaft aus
dieser Kampfklasse zurück zog, waren es nur noch sechs
Teams, die ab August 2009 zur Meisterschaft antreten
wollten. „Nicht bezahlbar, mit nur 5 Heimkämpfen schaffen
wir das finanziell nicht“, klagte Andre Schedler (AV
Concordia Zella-Mehlis), der mit seinem Team als
Tabellenneunter aus der 2. Bundesliga abstieg, um in der
Regionalliga kräftig durchzuatmen und jungen Ringern wieder
Erfolgserlebnisse zu verschaffen. „Doch wenn hier nur fünf
weitere Mannschafte vorhanden sind, schließen wir uns einem
anderen Landesverband an“, warf Schedler einen Blick nach
Hessen und einen zweiten nach Bayern.
Doch dann die Entwarnung aus der deutschen Bundeshauptstadt,
denn sowohl der SV Luftfahrt Berlin II, als auch der TRV
Berlin bekundeten, in der Regionalliga Mitteldeutschland
mitringen zu wollen. Macht zusammen acht – eine Zahl, mit
der auch AVC-Coach Andre Schedler leben konnte. Während der
SV Luftfahrt Berlin schon sehr früh signalisierte, auch in
der Regionalliga mitmischen zu wollen, wurde
Erstbundesligist Türkischer RV Berlin vom Deutschen
Ringerbund aus der höchsten Kampfklasse geworfen, nachdem
bis zum festgesetzten Meldetermin kein Lebenszeichen von den
Hauptstädtern aus ging. Auch steht der TRV Berlin bei den
DRB-Oberen in Mißkredit, war die vergangene Erstligasaison
der Türken gepflastert mit Unzulänglichkeiten in Punkto
feste Heimstatt, termingerechte Ergebnismeldungen, wobei das
Team um Ramazan Aydin zudem auch finanziell nicht auf den
stabilsten Beinen stand. In einem Verwaltungsbeschluss
erwirkte der DRB den Ausschluss aus der höchsten
Kampfklasse, der die Berliner Türken bis in die Regionalliga
Mitteldeutschland fallen ließ. Für die Staffelfavoriten KAV
Mansfelder Land, AC Werdau und AC Taucha ein weiterer
unliebsamer Konkurrent, dessen Stärke erst auf der Waage zu
erkennen ist. Im Vorjahr sorgte das Aydin-Team in Rostock
für einen Eklat; nachdem bei der abstiegsbedrohten KG
Rostock/Warnemünde klar verloren wurde, brachten die
Berliner dem ebenfalls abstiegsbedrohten RV Thalheim am
Wochenende darauf mit seiner Stammbesetzung ringend, eine
10:30-Niederlage bei. „Wettbewerbsverzerrung“, war seitens
des KFC Leipzig zu vernehmen, die Messestädter trafen damit
den Nagel wohl auf dem Kopf. Ein Aufstieg in die 2.
Bundesliga wäre für die Berliner in der Saison 2009/2010
möglich, vor allem beim KAV Mansfelder Land, der auf dem
Transfermarkt gehörig zugeschlagen hat, wird man's nicht
gerade gerne hören, denn mit seinen vielen, hochkarätigen
Neuzugängen, sind die Sachsen-Anhaltiner zum Siegen – und
zum Aufstieg verdammt.
Doch es gab Anfang dieser Woche gleich eine weitere
Hiobsbotschaft; der RTV Zöblitz erhält Verstärkung, die
Bären aus dem mittleren Erzgebirgskreis taten sich mit den
Youngstern der 2. Mannschaft des FC Erzgebirge Aue II zur
Kampfgemeinschaft zusammen. Damit hat man zwar immer noch
keine Spitzenmannschaft zusammen, doch ergeben sich für die
beiden verantwortlichen Trainer Frank Liebscher (RTV
Zöblitz) und Steffen Dittrich (FCE Aue II) weitaus mehr
Besetzungsmöglichkeiten als bislang allein. Zwei Kämpfe
sollen in Aue ausgetragen werden, der große Rest in Zöblitz,
die FCE-Youngster müssen also viel reisen in der Saison
2009/2010.
Der KAV Mansfelder Land und der TRV Berlin gelten als
Spitzenteams der Liga, Zweitligaabsteiger AVC Zella-Mehlis,
sowie die Teams des AC Werdau und des AC Taucha dürften
dicht dahinter rangieren. Doch dann das als 'Bekannt'
geltende Leistungsgefälle, denn die WKG Zöblitz/Aue II und
die Reserve des KFC Leipzig dürften in diesem Konzert nicht
mithalten können. Offen ist auch, wie sich der SV Luftfahrt
Berlin II als Quereinsteiger aus der Regionalliga Nord in
dieser Staffel schlagen wird. Die Berliner gewannen schon
mehrfach den Meistertitel der Nordstaffel und suchen nun in
Mitteldeutschland eine neue Herausforderung.
Oberliga mit 10 Teams voll besetzt
Mit dem Zusammenschluss des FC Erzgebirge Aue II und dem RTV
Zöblitz dürfte sich bei Staffelleiter Erhard Schmelzer
weitere Erleichterung breit machen, denn mit dem Aufrücken
der Veilchen aus der Oberliga, in die höhere Kampfklasse,
stehen nunmehr 10 Mannschaften in der Oberliga zur
Verfügung, die nun eine 'vernünftige Saison' bestreiten
können. Bei 11 Mannschaften wäre der Zeitplan für Schmelzer
kaum zu stemmen gewesen.
In der Oberliga dürften Vorjahresmeister KG Leipzig/Großlehna,
der RV Thalheim II, Regionalligaabsteiger RV Eichenkranz
Lugau, AC Auerbach, die WKG Pausa/Plauen II, aber auch
Neueinsteiger AV Germania 06 Markneukirchen II für Wirbel an
der Tabellenspitze sorgen, während der SV GW Weißwasser, die
WKG Gelenau/Zschopau II, und der AC Taucha II für
Überraschungen gut sind. Neben dem AV Germania 06
Markneukirchen II gibt es mit der WKG Altenburg/Werdau II
eine weitere, neue Vertretung in dieser Staffel. Die Wege
des SV Lok Altenburg und des SV Schneeberg trennten sich
nach der vergangenen Saison. Während Altenburg mit der 2.
Mannschaft des AC Werdau schnell einen neuen 'Verbündeten'
fand, stieg der SV Schneeberg aus dem Ligenbetrieb aus,
wobei sich Trainer Joachim Mehlhorn nun vorrangig den
Nachwuchs betreuen wird, „...bis zunächst wieder eine
Jugendligamannschaft daraus hervorgeht“, so Mehlhorn mit
langfristigen Zielen.