15.05.2009 Regionalliga Mitteldeutschland endgültig gerettet
 

Jörg Richter

Quelle:
Sachsenringer

Auch der Türkische RV Berlin tritt gegen mitteldeutsche Teams an

Noch vor einem Monat sah es danach aus, als ob die Regionalliga Mitteldeutschlands als dritthöchste Kampfklasse keinen Bestand mehr haben sollte. Nur 9 Mannschaften waren es, die im Vorjahr angetreten waren, die WKG Pausa/Plauen stieg nach dem Mannschaftsrückzug des Staffelsiegers 1. Luckenwalder SC II als Vizemeister in die 2. Bundesliga Nord auf, der RV Eichenkranz Lugau wollte nach siegloser Saison als Tabellenletzter, freiwillig zurück in die Oberliga Sachsen. Als auch der AC Artern, als eine der Spitzenmannschaften der letzten Jahre die Mannschaft aus dieser Kampfklasse zurück zog, waren es nur noch sechs Teams, die ab August 2009 zur Meisterschaft antreten wollten. „Nicht bezahlbar, mit nur 5 Heimkämpfen schaffen wir das finanziell nicht“, klagte Andre Schedler (AV Concordia Zella-Mehlis), der mit seinem Team als Tabellenneunter aus der 2. Bundesliga abstieg, um in der Regionalliga kräftig durchzuatmen und jungen Ringern wieder Erfolgserlebnisse zu verschaffen. „Doch wenn hier nur fünf weitere Mannschafte vorhanden sind, schließen wir uns einem anderen Landesverband an“, warf Schedler einen Blick nach Hessen und einen zweiten nach Bayern.

 

Doch dann die Entwarnung aus der deutschen Bundeshauptstadt, denn sowohl der SV Luftfahrt Berlin II, als auch der TRV Berlin bekundeten, in der Regionalliga Mitteldeutschland mitringen zu wollen. Macht zusammen acht – eine Zahl, mit der auch AVC-Coach Andre Schedler leben konnte. Während der SV Luftfahrt Berlin schon sehr früh signalisierte, auch in der Regionalliga mitmischen zu wollen, wurde Erstbundesligist Türkischer RV Berlin vom Deutschen Ringerbund aus der höchsten Kampfklasse geworfen, nachdem bis zum festgesetzten Meldetermin kein Lebenszeichen von den Hauptstädtern aus ging. Auch steht der TRV Berlin bei den DRB-Oberen in Mißkredit, war die vergangene Erstligasaison der Türken gepflastert mit Unzulänglichkeiten in Punkto feste Heimstatt, termingerechte Ergebnismeldungen, wobei das Team um Ramazan Aydin zudem auch finanziell nicht auf den stabilsten Beinen stand. In einem Verwaltungsbeschluss erwirkte der DRB den Ausschluss aus der höchsten Kampfklasse, der die Berliner Türken bis in die Regionalliga Mitteldeutschland fallen ließ. Für die Staffelfavoriten KAV Mansfelder Land, AC Werdau und AC Taucha ein weiterer unliebsamer Konkurrent, dessen Stärke erst auf der Waage zu erkennen ist. Im Vorjahr sorgte das Aydin-Team in Rostock für einen Eklat; nachdem bei der abstiegsbedrohten KG Rostock/Warnemünde klar verloren wurde, brachten die Berliner dem ebenfalls abstiegsbedrohten RV Thalheim am Wochenende darauf mit seiner Stammbesetzung ringend, eine 10:30-Niederlage bei. „Wettbewerbsverzerrung“, war seitens des KFC Leipzig zu vernehmen, die Messestädter trafen damit den Nagel wohl auf dem Kopf. Ein Aufstieg in die 2. Bundesliga wäre für die Berliner in der Saison 2009/2010 möglich, vor allem beim KAV Mansfelder Land, der auf dem Transfermarkt gehörig zugeschlagen hat, wird man's nicht gerade gerne hören, denn mit seinen vielen, hochkarätigen Neuzugängen, sind die Sachsen-Anhaltiner zum Siegen – und zum Aufstieg verdammt.

 

Doch es gab Anfang dieser Woche gleich eine weitere Hiobsbotschaft; der RTV Zöblitz erhält Verstärkung, die Bären aus dem mittleren Erzgebirgskreis taten sich mit den Youngstern der 2. Mannschaft des FC Erzgebirge Aue II zur Kampfgemeinschaft zusammen. Damit hat man zwar immer noch keine Spitzenmannschaft zusammen, doch ergeben sich für die beiden verantwortlichen Trainer Frank Liebscher (RTV Zöblitz) und Steffen Dittrich (FCE Aue II) weitaus mehr Besetzungsmöglichkeiten als bislang allein. Zwei Kämpfe sollen in Aue ausgetragen werden, der große Rest in Zöblitz, die FCE-Youngster müssen also viel reisen in der Saison 2009/2010.

 

Der KAV Mansfelder Land und der TRV Berlin gelten als Spitzenteams der Liga, Zweitligaabsteiger AVC Zella-Mehlis, sowie die Teams des AC Werdau und des AC Taucha dürften dicht dahinter rangieren. Doch dann das als 'Bekannt' geltende Leistungsgefälle, denn die WKG Zöblitz/Aue II und die Reserve des KFC Leipzig dürften in diesem Konzert nicht mithalten können. Offen ist auch, wie sich der SV Luftfahrt Berlin II als Quereinsteiger aus der Regionalliga Nord in dieser Staffel schlagen wird. Die Berliner gewannen schon mehrfach den Meistertitel der Nordstaffel und suchen nun in Mitteldeutschland eine neue Herausforderung.

 

Oberliga mit 10 Teams voll besetzt

 

Mit dem Zusammenschluss des FC Erzgebirge Aue II und dem RTV Zöblitz dürfte sich bei Staffelleiter Erhard Schmelzer weitere Erleichterung breit machen, denn mit dem Aufrücken der Veilchen aus der Oberliga, in die höhere Kampfklasse, stehen nunmehr 10 Mannschaften in der Oberliga zur Verfügung, die nun eine 'vernünftige Saison' bestreiten können. Bei 11 Mannschaften wäre der Zeitplan für Schmelzer kaum zu stemmen gewesen.

 

In der Oberliga dürften Vorjahresmeister KG Leipzig/Großlehna, der RV Thalheim II, Regionalligaabsteiger RV Eichenkranz Lugau, AC Auerbach, die WKG Pausa/Plauen II, aber auch Neueinsteiger AV Germania 06 Markneukirchen II für Wirbel an der Tabellenspitze sorgen, während der SV GW Weißwasser, die WKG Gelenau/Zschopau II, und der AC Taucha II für Überraschungen gut sind. Neben dem AV Germania 06 Markneukirchen II gibt es mit der WKG Altenburg/Werdau II eine weitere, neue Vertretung in dieser Staffel. Die Wege des SV Lok Altenburg und des SV Schneeberg trennten sich nach der vergangenen Saison. Während Altenburg mit der 2. Mannschaft des AC Werdau schnell einen neuen 'Verbündeten' fand, stieg der SV Schneeberg aus dem Ligenbetrieb aus, wobei sich Trainer Joachim Mehlhorn nun vorrangig den Nachwuchs betreuen wird, „...bis zunächst wieder eine Jugendligamannschaft daraus hervorgeht“, so Mehlhorn mit langfristigen Zielen.

 

 
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