Wer sich mit Florian Rau unterhält,
bekommt ganz schnell den Eindruck,
es mit einem Sportler "auf dem
Sprung" zu tun zu haben. Ohne
Umschweife und wie aus der Pistole
geschossen kommen die Antworten des
20-jährigen Ringers vom SV Halle,
unruhig wippen seine Füße.
"Das ist mein Naturell. Auch auf der
Ringer-Matte bin ich einer, der
offensiv agiert, einer, der mit
Druck in den Gegner geht", sagt der
Freistil-Spezialist, der Donnerstag
zur Junioren-Europameisterschaft in
die georgische Hauptstadt Tiflis
reist. Nach dem Rückzug des
Erstbundesligateams 2005 und
mehreren quasi im Dornröschenschlaf
verbrachten Jahren schickt sich
damit - von Altmeister Sven Thiele
mal abgesehen - erstmals wieder ein
hallescher Ringer an, eine
Erfolgsgeschichte zu schreiben.
Pikant: Der seinerzeit 16-jährige Rau, der 2003 als Deutscher C-Jugend-Meister erstmals hatte aufhorchen lassen, hatte in Halles Abschiedssaison 2004 / 05 selbst seine ersten zwei Kämpfe in der Eliteklasse bestritten. Bei den Zweitligisten AC Taucha sowie dem RSK Gelenau, für den er in der zurückliegenden Saison 16 seiner 18 Einzelkämpfe im 74-Kilo-Limit gewann, entwickelte sich Rau sportlich so sehr weiter, dass in der Ende August beginnenden neuen Serie nun Erstbundesligist Markneukirchen auf die Dienste des Sportstudenten zurückgreift.
In diesem Jahr wurde der Blondschopf, dessen Freundin Kristin Kupfernagel ebenfalls auf der Ringermatte aktiv ist, Dritter der Deutschen Junioren-Meisterschaft und auch Dritter bei den Titelkämpfen der Männer. Das JEM-Ticket verdiente sich Rau mit bärenstarken Auftritten bei internationalen Turnieren in Bratislava sowie in Martigny / Schweiz. "Ich bin ein erfolgsmotivierter Typ. Wenn ich was reiße, spornt mich das nur noch mehr an", sagt Rau, der in Georgien unter den Top Fünf landen will. Und insgeheim bereits Richtung Junioren-WM Anfang August im türkischen Ankara blickt. Ruhelos eben.

